Impfen? Ja schon, aber mit Verstand!

Immer wieder ein Thema: das Impfen. Einfach alles was der Markt hergibt – nach dem Motto „sicher ist sicher“? Oder eher mit Bedacht nur gegen das, was nötig ist?

 

Durch kritische Nachfragen von Katzenhaltern und auch durch neue Untersuchungen der Pharmaindustrie hat sich bzgl. der „Impfintervalle“ einiges geändert. Die frühere Annahme, es sei absolut notwendig, eine jährlich Auffrischimpfung durchzuführen, hat sich mittlerweile einfach als falsch erwiesen. Der Schutz hält nämlich viel länger, als ursprünglich angenommen wurde. Es ist aber hierbei genauso wie in allen anderen medizinischen Bereichen – die Entwicklung schreitet unaufhaltsam fort und so erweisen sich entweder frühere Annahmen einfach als falsch oder aber das Präparat konnte verbessert werden und hält deshalb länger vor. 

 

Fakt ist auf jeden Fall, dass längst nicht alle Impfen die angeboten werden auch notwendigerweise den Weg in die Katze finden müssen – also nur, weil er eben zur Verfügung steht, quasi. Sprechen Sie Ihren Tierarzt darauf an und er wird mit Ihnen die Impfen auswählen, die aufgrund der Lebenssituation Ihrer Katze sinnvoll sind. Sollte er trotz Ihrer Einwände auf jährliche Impfungen „bestehen“, können wir Ihnen nur raten, sich kurzfristig nach einem anderen Arzt für Ihre Fellnase umzusehen oder sich zumindest mal eine andere Meinung zu dem Thema anzuhören! 

 

Ein wichtiges Kriterium wäre z. B., ob die Katze Freigang hat oder eine reine Wohnungskatze ist. Als Freigänger käme zu den „Standardimpfen“ gegen Katzenseuche und Katzenschnupfen (also die Grundimmunisierung) auch noch die Tollwutimpfe und evtl. die Impfe gegen FeLV, während diese bei Wohnungskatzen und „Balkongängern“ garnicht erforderlich ist. Der Katzenkörper muss ja nicht zwingend mit Erregern in Berührung kommen, die in seinem Leben keine oder nur eine ganz geringe Rolle spielen. 

Ebenso sollten Sie entsprechenden Impfen sehr kritisch gegenüberstehen, die (wenn überhaupt) nur einen geringfügigen Schutz bieten, wie das beispielsweise bei der Impfe gegen „FIP“ der Fall ist und es evtl. erst durch den Impfstoff zum Ausbruch der Krankheit kommt. Denn jede Impfe birgt Risiken, wie z. B. das gerade bei Katzen öfter auftretende „Impfsarkom“ an der Einstichstelle. Hier muss man jedoch sagen, dass mittlerweile einige Tierärzte sich die Einstichstelle notieren, um beim nächsten Mal nicht wieder dieselbe zu nutzen. Selbstverständlich können Sie das auch selbst machen und es beim nächsten Mal sagen, wenn der TA es nicht gemacht hat. Wie bei allen Medikamenten kann es auch hier zu ungewollten Begleiterscheinungen kommen, wie z. B. Übelkeit und Erbrechen. Schlimmeres ist selten und deshalb führen wir das erst garnicht auf, weil wir finden, dass es dann nur unnötig verunsichert. Deshalb ist auch ein gesundheitlicher Check up VOR der Impfe notwendig – nur völlig gesunde Katzen dürfen geimpft werden! 

 

Man kann aber auch als Katzenhalter noch zusätzlich einiges tun, dass die Katze auf natürlichem Wege starke Abwehrkräfte und ein gut funktionierendes Immunsystem hat und zwar durch eine ausgewogene Ernährung damit die Katze mit allem versorgt wird, was sie zu einem gesunden Leben benötigt, die Vermeidung von Stress jeglicher Art und nicht zuletzt jährliche Allgemeinuntersuchungen beim TA, um evtl. Krankheiten schon in einem frühen Stadium zu erkennen und somit besser behandeln zu können. Ganz wichtig und nicht zu vergessen sind bei Katzen auch die Zähne, Zahnfleisch und natürlich das gesamte Mäulchen, um auch hier einer evtl. Entzündung entgegenzuwirken und Schmerzen vorzubeugen. In der Kombination mit den Impfen, die sinnvoll für Ihr Tier sind, haben Sie eine gute Chance auf langes gemeinsames Leben mit Ihrem Liebling.

 

Darum ist es wichtig, dieses Thema mit einem Tierarzt ausführlich zu besprechen. Ein guter oder vielmehr verantwortungsbewusster Tierarzt wird Ihnen mit Rat und Tat zur Seite stehen und Ihnen sagen was für Ihr Tier am besten ist.

 

Allgemein kann man zum Thema Impfen sagen:

"SO VIEL WIE NÖTIG ABER SO WENIG WIE MÖGLICH!"